Vom Haushalt ins Korallenriff: Plastikmüll

Die Sonne strahlt, das Meer rauscht und glitzert. Herr Baumann und seine Frau flanieren an einem thailändischen Strand. Der Himmel sieht aus wie ein hellblauer Plastiksonnenschirm mit gelben Tupfen. Wenn der Herr der Meere wüsste, dass sein Reich aus Kunststoff besteht, denn überall im Meer sammelt sich der Plastikmüll an, da die Menschen ihren Müll im Meer entsorgen und Flüsse immer neuen Plastikmüll hineinspülen.

Müllkippe Haushalt: Plastik ohne Ende
Foto: Ludwig Stark

Meerestiere fressen den Plastikmüll, weil sie ihn mit Nahrung verwechseln. Tiere, die Plastik verspeisen, verhungern mit Mägen voller Plastik oder erleiden innere Verletzungen. Auch den Korallen der Weltmeere geht es nicht gut. Erst im Dezember haben Forscher um Terry Hughes von der James Cook University in Townsville (Australien) berichtet, dass die Riffe immer häufiger ausbleichen. Dies bedeutet, dass winzige Algen absterben, die mit den Korallen in einer Lebens- und Nahrungsgemeinschaft verbunden sind. Und wenn dieses Problem länger andauert, sind auch die Korallen nicht mehr zu retten.
Aber wie gelangt der Plastikpartikel überhaupt ins Meer?

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Foto: Ludwig Stark

Pro Quadratkilometer Meer schwimmen heute schon bis zu mehrere Hunderttausend Teile Mikroplastik oder Plastikmüll. Das winzige Mikroplastik gelangt übers Abwasser ins Meer. Dort angekommen, kann das Mikroplastik in die Nahrungskette gelangen. Obwohl es verboten ist, entsorgen viele Schiffe ihren Plastikmüll im Meer. Mit den Meeresströmungen treibt das Plastik bis in die fernsten Winkel der Ozeane oder sinkt auf den Meeresgrund hinab. Von Helgoland bis Hawaii wird unser Plastikmüll als Strandgut angespült. Auch unabsichtlich geht immer wieder Fracht über Bord. Die Fischwirtschaft verursacht zehn Prozent des Meeresmülls: Netze und Fanggeräte gehen verloren oder werden als Müll ins Meer geworfen. Über Bord geworfene Netze fischen als Geisternetze jahrzehntelang weiter. Müll aus weniger entwickelten Ländern ist weit weniger schädlich, weil er oft aus natürlichen Materialien besteht, die sich schnell zersetzen und dem Meeresökosystem keinen Schaden zufügen. Die Produktion von Plastikmüll wird in diesen Ländern in Zukunft allerdings ansteigen, je mehr sich der Lebensstil der Bevölkerung dem der Industrieländer angleicht. Man geht davon aus, dass sich weltweit fünf dieser riesigen Plastikinseln geformt haben: im Nord- und Südpazifik, im Nord- und Südatlantik und im Indischen Ozean. Bis jetzt wurde weltweit leider noch kein Gesetz bezüglich der Entsorgung und Plastikvermeidung erlassen.
Wie kann man dennoch verhindern, dass aus Meeren Müllkippen werden? Es geht natürlich darum, Plastikmüll – insbesondere in Form von Einwegprodukten – gar nicht erst entstehen zu lassen. Also: Plastikmüll vermeiden! Plastik sollte nur dort Verwendung finden, wo es absolut notwendig erscheint. Also PET-Flaschen vermeiden und bei Spielzeug, Haushaltsgegen-ständen, Gartenmöbeln etc. Alternativen ohne Plastik finden, zum Beispiel aus Papier, Holz oder neuartigem Plastik, das sich vollständig zersetzt. Müll ist nicht nur Müll, es ist UNSER Müll, und es ist UNSERE machbare Aufgabe, ihn zu vermeiden!

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Foto: Ludwig Stark

Saskia Klügl und Lea Fleiner, Klasse BvB, USS Öhringen

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