Feen gibt es doch!

Fleur Müller ist ein sehr aufgewecktes Mädchen. Sie hat viel Kreativität. Wenn sie abends nicht schlafen kann, stellt sie sich vor, jemand anderes zu sein. Sie versetzt sich in die Lage ihrer Traumfiguren und schläft so ein. Sie hat sich schon mal in die Lage eines Bären versetzt, war aber auch schon mal eine Berühmtheit mit einer großen Villa.

Doch in dieser Nacht wurde sie zu einer kleinen, schwachen und zierlichen Fee. Sie war so sehr in die Verwandlung vertieft, dass sie glaubte, es wäre echt.
Als sie in ihrer Traumwelt ankam, schrie sie laut: „Aua!“ Sie stieß sich den Kopf an der niedrigen Decke, als sie mit ihren kleinen Flügeln am Rücken hochflog. Sie dachte, sie wäre gefangen, doch sie war bloß in einer alten Cola-Dose, die die Jungs manchmal zum Fußballspielen verwendeten. Sie sah erst jetzt die kleine Öffnung, durch die sie nun schleunigst herausflog.
Die Sonne schien in ihre Augen. Plötzlich wurde sie von einem riesigen Menschenfuß fast zertreten, Fleur konnte gerade noch ausweichen. Sie merkte erst jetzt, welchen Gefahren sie als kleine Fee ausgesetzt war.
Die Stimme, die zu dem Fuß gehörte, fragte verwundert: „Was bist du denn?“ Fleur wisperte: „Ich bin Fleur und ich bin eine Fee. Ich wohne in dieser alten Cola-Dose. Und wer bist du?“ Das Mädchen sagte: „Hi, ich bin Klara, ich bin ein Mädchen und zwölf Jahre alt. Ich wohne in diesem Haus gegenüber und wollte gerade mit meinem Hund Amy spazierengehen. Möchtest du nicht lieber bei mir in meinem Puppenhaus wohnen? Das ist doch viel gemütlicher!“ „Oh ja, das wäre schön!“, antwortete Fleur.

Fleur und Klara gingen noch mit Klaras Hund spazieren, ehe sie bei Klara zuhause ankamen. Dort merkte Fleur, wie riesig das Haus war. Klara richtete in ihrem Zimmer für Fleur ein wunderschönes Zuhause ein. Klaras Eltern wurden jedoch immer misstrauischer, da sie meinten, Klara mit jemandem reden zu hören. Sie fragten Klara dann, mit wem sie da spreche, und Klara erzählte ihnen die ganze Geschichte, wie sie Fleur in der alten Cola-Dose gefunden hatte und wie viel Spaß sie zusammen hatten.
Doch Klaras Eltern glaubten ihr nicht und meinten nur, dass Klara schon immer eine blühende Fantasie hatte und dass es keine Feen gibt. Klara widersprach ihren Eltern und wollte ihnen am nächsten Tag beweisen, dass es Fleur in Wirklichkeit gab.
Als Klara Fleur in ihr Bett legte und sie sanft zudeckte, wünschten sich beide noch eine gute Nacht und schliefen ein.
Am nächsten Morgen hörte Fleur von ganz weit weg: „Fleur, du musst aufstehen. Es ist Zeit für die Schule. Steh doch bitte auf, du kommst noch zu spät!“ Fleur wachte auf und merkte, dass sie nicht mehr in ihrem kleinen Bettchen lag und dass sie wieder die alte und große Fleur geworden war. Da begriff sie, dass sie die Verwandlung in die kleine Fee nur geträumt hatte. Sie dachte nur: „Die arme Klara.“

Jule Schlechter, 7c, Realschule Güglingen