AUDI AG

Der Standort Neckarsulm

Als größtes Unternehmen in der aufstrebenden Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken zählt die AUDI AG am Standort Neckarsulm auch zu den attraktivsten Arbeitgebern in Baden-Württemberg. Die Stadt Neckarsulm, benannt nach den beiden Flüssen Neckar und Sulm, zählt rund 26.000 Einwohner und rund 40.000 Arbeitsplätze. Die Region Heilbronn-Franken hat über 387.416 Beschäftigte und ist geprägt vom Automobil. Audi in Neckarsulm ist dabei mit 16.995 Mitarbeitern (Stand: 31.12.2017) der größte Arbeitgeber in der Region.

Das Werkgelände in Neckarsulm misst rund eine Million Quadratmeter. Es ist eingebettet zwischen dem Neckar auf der Westseite, der Bahnlinie auf der Ostseite, der Neckarsulmer Innenstadt und dem Unternehmen Kolbenschmidt Pierburg AG im Süden sowie dem Gewerbe und Industriepark Bad Friedrichshall im Norden. Im rund sechs Kilometer entfernten Industriepark Böllinger Höfe im Raum Heilbronn erweiterte die AUDI AG das Werk um eine Fläche von 30 Hektar. Hier wird in der Manufaktur der Audi Sport GmbH der Hochleistungssportwagen Audi R8* gebaut.

Produktion

Aktuell werden bei Audi in Neckarsulm folgende Modelle gebaut: Audi A4 Limousine, 
Audi A5 Cabriolet, Audi S5 Cabriolet, Audi A6 Limousine und Audi A6 Avant,
Audi A6 allroad quattro, Audi S6 Limousine und Audi S6 Avant, Audi RS 6 Avant ,
Audi RS 6 Avant performance, Audi A7 Sportback, Audi A8, Audi A8 L, Audi R8 Coupé, Audi R8 Spyder. In den kommenden Jahren baut Audi zudem zwei volumenstarke Elektromodelle am Standort Neckarsulm.

Audi Forum Neckarsulm

Mehr als 210.000 Gäste haben 2017 das Audi Forum Neckarulm besucht. Damit stieg die Besucheranzahl seit der Eröffnung 2005 auf über 2,6 Millionen. Das Audi Forum ist das Tor zur Marke: Täglich nehmen bis zu 150 Neuwagenabholer ihren Audi entgegen. In der Traditionsausstellung wird die Geschichte des Standorts Neckarsulm erlebbar. Die Markenausstellung zeigt Modelle der aktuellen Audi-Produktpallette. Das Audi exclusive Studio bietet ein umfassendes Angebot zur Fahrzeugveredelung und -individualisierung.

Moderne Arbeitswelten – Mitarbeiter im Fokus

Der Audi-Standort Neckarsulm erreichte 2017 einen neuen Höchststand bei der Beschäftigung: Zum Stichtag 31. Dezember 2017 waren 16.955 Mitarbeiter am Standort tätig. 234 Azubis und 17 duale Studenten wurden 2017 nach ihrer Ausbildung übernommen. Das Durchschnittsalter der Neckarsulmer Mitarbeiter beträgt 42,5 Jahre. Die durchschnittliche Betriebszugehörigkeit liegt bei 18,1 Jahren.

Die AUDI AG bietet als zukunftsorientiertes Unternehmen viele Ausbildungsplätze in der Region: Im September 2017 haben 273 Auszubildende ihre Ausbildung bei Audi begonnen. Anfang Oktober 2017 begannen 14 Jugendliche ein Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und sind während ihrer Praxisphase bei Audi eingesetzt. Zum 31. Dezember 2017 waren am Standort insgesamt 920 Auszubildende beschäftigt.

Brennstoffzellen-Entwicklung

Mit der Entwicklungshoheit bei der Brennstoffzelle ist eine der Schlüsseltechnologien im Volkswagen-Konzern am Standort Neckarsulm angesiedelt. 2017 wurde ein Brennstoffzellen-Kompetenzzentrum im Projekthaus-Charakter für die eigenständige Organisationseinheit eröffnet. Dafür wurden am Standort Neckarsulm die entsprechenden Strukturen geschaffen: Die Wasserstofftankstelle im Werk wurde modernisiert und spezielle Prüfstände für Brennstoffzellensysteme und -komponenten in Betrieb genommen. Anfang des nächsten Jahrzehnts soll ein Kleinserienauto mit Brennstoffzellenantrieb auf den Markt kommen.

Erneuerung der Modellpalette

2017 stand am Audi-Standort Neckarsulm ganz im Zeichen neuer Modelle. Nach den erfolgreichen Anläufen des Audi A8* sowie des Audi A7 Sportbacks* konzentriert sich das Werk im nächsten Schritt auf den Start der neuen Derivate des Audi A6. 2017 wurde der neue Karosseriebau für die A6/A7-sowie die A8-Produktion in einem Doppelgebäude vollständig in Betrieb genommen. Dafür wurde die Werkgrenze erweitert. Eine Besonderheit ist außerdem der Verladebahnhof, der unter einer der Hallen liegt. Die Parallelfahrweise, in der aktuelles Modell und Nachfolger gleichzeitig auf derselben Linie gefertigt werden, bedarf einer besonders flexiblen Produktionsplanung des Auslauf- und Anlaufvolumens. Insgesamt wurden im Jahr 2017 am Standort Neckarsulm 193.016 Automobile produziert (ohne CKD).

Mobilität gestalten

Das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, das Regierungspräsidium Stuttgart, der Landkreis Heilbronn, die Städte Heilbronn und Neckarsulm, die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW), die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft Karlsruhe (AVG) sowie Audi und das Unternehmen Schwarz Gruppe haben sich im Juli 2017 auf ein umfangreiches Mobilitätskonzept für den Wirtschaftsraum Heilbronn-Neckarsulm geeinigt. Das Konzept – der Mobilitätspakt – benennt Ziele und Eckpunkte für die weitere Entwicklung des Verkehrs und listet konkrete Maßnahmen auf, die die Verkehrsträger Schiene und Straße umfassen. Außerdem benennt es ein Arbeitsprogramm zur Verbesserung des Radverkehrs und des betrieblichen Mobilitätsmanagements.

Von der Strickmaschinenfabrik zum bedeutenden Automobilhersteller – das Audi Werk Neckarsulm

Die Geschichte des Werks lässt sich zurückverfolgen bis ins Jahr 1873, als die findigen Schwaben Christian Schmidt und Heinrich Stoll in Riedlingen an der Donau eine Strickmaschinenfabrik gründeten. Sieben Jahre später verlagerten sie die Manufaktur nach Neckarsulm und stellten zwei Jahre später die ersten Hochräder der Marke „Germania“ her. Kurz darauf folgten die ersten Niederräder. Um die Jahrhundertwende begann das Unternehmen mit der Produktion von Motorrädern, und ab 1906 kamen die ersten Automobile – Original Neckarsulmer Motorwagen – hinzu. Bereits im Jahr 1914 produzierte die „Neckarsulmer Fahrzeugwerke AG“ mit rund 1.200 Beschäftigten 27.000 Fahrräder, 3.600 Motorräder und 900 Automobile. Während der Welt-wirtschaftskrise kam die Produktion von Automobilen jedoch zum Erliegen. 1946 baute die „NSU Werke AG“ das im Krieg zerstörte Werk wieder auf und fertigte erneut Fahrräder und Motorräder.

Dank des „Zweiradbooms“ der 50er Jahre entwickelte sich das Unternehmen schon bald zum größten Motorradhersteller der Welt. Automobile rollten ab 1958 wieder vom Band. Es waren so bekannte Modelle wie der Prinz, NSU-Spider oder der Ro 80. 1969 schloss sich der Standort mit der AUTO UNION AG in Ingolstadt zusammen. In Neckarsulm wurden Audi 100 produziert. Mitte der Siebziger Jahre kämpften die Mitarbeiter durch die Ölkrise um den Erhalt des Werks. Zur besseren Auslastung wurden Porsche 924 und 944 montiert. 1985 wurde das Unternehmen umfirmiert in die heutige ‚AUDI AG’ mit Hauptsitz in Ingolstadt.

Im rund sechs Kilometer entfernten Industriepark Böllinger Höfe im Raum Heilbronn erweiterte die AUDI AG das Werk um eine Fläche von 23 Hektar. Auf dem Areal, das rund ein Viertel des gesamten Audi-Standorts Neckarsulm umfasst, entstand ein Logistikzentrum und eine neue Fertigungsanlage für den Audi R8.

AUDI AG Standort Neckarsulm in Zahlen