Verschiedene Welten: Jugend und Tageszeitung

Was Jugendliche in der Zeitung vermissen

Viele Jugendliche haben keinen Bock, die Tageszeitung zu lesen. Warum ist das so? Speziell die Zeitungsmacher hätten sich schon länger auf das Problem einstellen können. Woher kommt das Desinteresse? Ja noch viel mehr: Sie wären eigentlich gut bedient, die Interessen der Jugendlichen zu erkennen. Es lohnt sich für die Zeitung auf jeden Fall, sich Gedanken darüber zu machen, wie man Jugendliche erreichen kann.
Lea, Saskia und Maik, Teilnehmer des Deutschkurses des USS Öhringen, haben sich die Mühe gemacht und die Zeitung durchgeblättert und analysiert. Am Anfang stand die Überlegung, was die Jugendlichen von einer Tageszeitung wie der Heilbronner Stimme erwarten und auch erwarten können. Hier gab es verschiedene Meinungen.
Saskia: Ich meine, dass die Zeitung zu groß ist.

Lea: Vielleicht wäre es gut, wenn man auf einer speziellen Jugendseite mit einem Magazinlayout arbeiten würde, denn viele Seiten wirken gequetscht. Das Magazinlayout sollte modern, anspruchsvoll, auf der „Du-Ebene“ ausgerichtet und farbenfroh sein. 
Außerdem finde ich, dass manche Teile – etwa die Politikseiten, international wie regional – für Jugendliche nicht gerade prickelnd sind. 

Maik: Die Zeitung wirkt altmodisch. Liegt sie vor mir, verbinde ich damit ein Bild in meinem Kopf, als würde mein Opa am Morgen mit einer Tasse Kaffee am Esstisch sitzen und Brötchenkrümel fallen auf den Lokalteil. Speziell die Farbe des Blattes, welche nicht dem Weiß entspricht, die ein DIN-A4-Druckpapier hat, weckt ein Bild in meinem Kopf, das mich an das alte Ägypten und an die Herstellung von Papyrus erinnert. Es ist verständlich und notwendig, dass eine Tageszeitung in ihrer Aufmachung traditionell ist.
Lea: Ein Großteil der Abonnenten sind Ältere, und wer weiß, wie lange eine Tageszeitung ihre Auflage halten kann, wenn diese Leserschaft naturgemäß weniger wird.
Maik: Schon darum muss eine Tageszeitung wie die Heilbronner Stimme umdenken. Wenn ich Chefredakteur wäre, würde ich mehr Trendthemen einbringen, zum Beispiel Themen aus sozialen Netzwerken, und viel mehr Hinweise auf regionale Veranstaltungen. Die Zeitungs-macher könnten die mögliche Zielgruppe jugendlicher Leser durch eine App erreichen. Ziel einer solchen jugendorientierten Zeitung wäre eine eigenständige Jugendrubrik, die durch Blogs, Facebook-Artikel oder andere soziale Medienelemente geprägt ist.
Saskia: Richtig! Trotzdem ist die Heilbronner Stimme für mich immer noch sehr interessant. Vor allem, wenn es um Tabuthemen, brisante Berichte von Unfällen oder aktuelle lokale News geht.
Lea: Was ich überblättere, sind Wirtschaft, Autos und Politik. Aber die laufenden Zisch-Artikel gefallen mir. Ich denke, das ist der richtige Weg, Jugendliche für eine Zeitung und ihre Themen zu interessieren. Aber es gibt keine größere Diskrepanz als die Börsenberichte auf der Wirtschaftsseite und die Welt der Jugendlichen.
Maik: Trotzdem könnte die Tageszeitung modern werden und sich bewusst werden, dass sie auch Sprachrohr für Jugendliche sein könnte. Die Heilbronner Stimme könnte einen kleineren Abkömmling drucken, der sich vielleicht „Heilbronn Live“ nennt und sich als Beiblatt in der Tageszeitung befindet, eine Art Magazin, dessen Blätter farbig und glänzend sind, nicht wie die der klassischeren und originalen Tageszeitung, nämlich grau und matt. In dieser könnte man sämtliche Veranstaltungen des Heilbronner Nachtlebens und der Region auflisten. Wäre das nicht praktisch? Events von Clubs, Bars und jegliche Form von Veranstaltungen, seien es Konzerte von Pop-, Hip-Hop- und Rap-Gruppen bis hin zu Nightshopping, Grill- oder Volksfesten, dort aufzulisten, die Jugendliche möglicherweise auf Facebook oder durch Freunde verpasst haben. Dies wäre ein guter Grund für Jugendliche und Heranwachsende, die Zeitung auch als Teil von sich akzeptieren.

Lea Fleiner, Saskia Klügl und Maik Holz, Klasse BvB, USS GmbH Öhringen

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