Dreieck auf gestreiftem Anzug

Bericht
Besuch der Klasse 9a in der KZ-Gedenkstätte Neckarelz

„Das Leben im Nationalsozialismus“ – was im Geschichtsunterricht nur ein Thema ist, haben wir, die Klasse 9a der GKS Wüstenrot, uns Mitte Dezember bei einem Besuch in der KZ-Gedenkstätte in Neckarelz angesehen und versucht vorzustellen.

Schüler der Klasse 9a bei dem Besuch in der KZ-Gedenkstätte Neckarelz.
Foto: Anna Lena Kappe

Dort haben wir von der ehrenamtlich arbeitenden Leiterin viel über das Leben und den Alltag der Häftlinge des Arbeitslagers erfahren. Nähergebracht wurde uns das durch einen Film mit Zeitzeugen und verschiedene Ausstellungstücke. Wir erfuhren, wie die Häftlinge lebten, wie sie in Bezug auf Medizin und Ernährung versorgt wurden und auch unter welchen Umstände sie arbeiten mussten.

Eine originale Medizin-Baracke des KZ Neckarelz
Foto: Anna Lena Kappe

Außerdem erfuhren wir, wie die damaligen Stadtbewohner auf die Häftlinge reagierten. So hörten wir, dass sie oft etwas zu essen wie Brot oder einen Apfel bekamen, allerdings auch nicht selten mit Steinen beworfen wurden.

Brot, Apfel und Stein – drei Dinge, die die Häftlinge damals von den Stadtbewohnern bekamen
Foto: Anna Lena Kappe

Nach der sogenannten Big Week – der Woche, in der die Alliierten in der Normandie landeten – wurden viele KZs verlassen und die Häftlinge in den Osten von Deutschland verlegt. Da auch die Bombenangriffe zunahmen, beschloss man, die Rüstungsindustrie unter die Erde zu verlegen. Dafür wurden die Häftlinge als Zwangsarbeiter benutzt.
Während ihres Lebens im KZ Neckarelz trugen alle Häftlinge denselben gestreiften Anzug und durften lediglich Holzschuhe tragen.

Die gestreifte Kleidung aller Häftlinge des KZ Neckarelz
Foto: Anna Lena Kappe

Auch ihr Essgeschirr mussten sie ständig bei sich tragen, denn ging einmal etwas verloren, bekamen sie es nicht ersetzt. Dann mussten sie barfuß gehen oder hatten keine Chance mehr, die dünne Suppe, die sie mittags bekamen, zu essen. Durch verschiedenfarbige Dreiecke, die an den Anzügen angebracht waren, wurde kenntlich gemacht, um welche Art von Häftling es sich jeweils handelte. So gab es Farben für Verbrecher, politische Gefangene, Juden und auch Homosexuelle. Am Ende des Krieges wurde das KZ Neckarelz nicht befreit, sondern von den Deutschen evakuiert. Die Häftlinge wurden in Zugwaggons nach Dachau gebracht, wo sie dann letztendlich befreit wurden.
Es war ein sehr interessanter Ausflug, der uns hoffen lässt, dass die deutsche Geschichte sich so nicht wiederholt.

Joshua Wohlfahrt und Jonas Schukraft, Klasse 9a, Georg-Kropp-Schule