Rund ums Chatten und Kommunizieren Internet

Hallo! Wir sind die Klasse 6d vom Bildungszentrum St. Killian. Und wir haben uns gefragt: „Chatten in Whatsapp, Facebook und Co. – Verändert das Internet unsere Sprache und Kommunikation?“. Dazu haben wir Chats analysiert, Besuch von einem Polizisten bekommen und Lerntagebücher geführt.
Wir haben auch viel über Cybermobbing und Mobbing gesprochen. Dazu hat uns Herr Lorenz, der Polizist, auch viel über Umgang rund ums Internet erzählt. Das war alles sehr spannend. Gut, dass wir es wissen! Wir berichten Euch nun über unsere verschiedenen Ergebnisse.

Ausstattung und Nutzung
Wir haben zuerst in der Klasse eine Umfrage gemacht, die so ähnlich war wie die KIM-Studie („Kindheit, Internet, Medien“). Die KIM-Studie ist eine Studie, die jedes Jahr sehr viele Jugendliche und Kinder zu ihrer Mediennutzung befragt. Deshalb haben wir uns als Klasse mit ihr verglichen. Die Befragten der KIM-Studie nutzen sehr viel mehr Facebook als wir, denn wir nutzen Facebook fast gar nicht. Stattdessen nutzen wir „Snapchat“. Wir lesen im Vergleich zur KIM-Studie mehr Nachrichten in Gruppenchats nur mit, ohne dabei selbst etwas zu schreiben, und wir haben viel mehr Kontakt über die Medien zu Freunden als die KIM-Studie (Klasse 6d: 70,4% telefonieren, KiIM-Studie: 18,3%). Wir sind außerdem besser ausgestattet (vor allem mit Smartphones und Tablets) als die Befragten der KIM-Studie.
Internet und digitale Kommunikation
Mit dem Internet Kann man jeden erreichen, egal wo. Das Internet ist für jeden zugänglich. Man kann sich im Internet gut kontaktieren und austauschen. Alles was einmal im Internet ist, ist schwer wieder zu löschen, denn „das Internet vergisst nichts“. Dies gilt auch für die digitale Kommunikation, weil sie sich im Internet abspielt.
Digitale Kommunikation bedeutet, über das Internet zu kommunizieren. Über Messages wie in Whatsapp, Snapchat und Facebook kann man Nachrichten in Sekundenschnelle schicken. Das war unser Hauptthema. Die Digitale Kommunikation hat viele Vor- und Nachteile, wie zum Beispiel, dass man überall und jederzeit erreichbar ist, dadurch Unterhaltung hat und gut mit Freunden in Kontakt bleiben kann, auch wenn sie weiter weg wohnen. Das kann aber schnell nerven, denn wenn man den ganzen Tag offline ist, bekommt man, wenn man wenn man wieder online ist, einen Haufen Nachrichten, die man zum Lesen hat. Außerdem kann es leichter zu Missverständnissen kommen, Streits können schneller eskalieren oder man kann sogar im schlimmsten Fall „Cybermobbing“ zum Opfer fallen. Doch dazu später mehr.

Internetsprache als Mode und Sprachphänomen
Bei der Kommunikation im Internet wird die deutsche Standardsprache oft abgeändert. Zum Beispiel kürzt man viele Wörter ab, benutzt englische Wörter, ersetzt Worte oder Emotionen durch Emojis oder schreibt umgangssprachlich. Wenn eine Person einzelne dieser Merkmale immer wieder verwendet, hat sie dadurch einen eigenen „Chatstil“. Chatstile können sehr unterschiedlich sein. Eine Besonderheit ist auch die Internetsprache. Hier sind typische Merkmale erkennbar, die immer wieder vorkommen. Zum Beispiel werden die Artikel „ein“ und „eine“ durch die Zahl 1 ersetzt, das N durch M ausgetauscht und umgekehrt, es werden Abkürzungen verwendet und man schreibt „I bims“ als falschgeschriebene Form von „Ich bin es“. Außerdem wird die Grammatik bewusst verändert durch das typische „vong…her“. Sprachforscher sind von der Internetsprache begeistert. Zum Beispiel sagt die Sprachforscherin Konstanze Marx: „Es ist toll, wenn Laien Sprachkritik üben.“ (Bericht aus der Zeitung „Die Zeit“). Voraussetzung ist allerdings, dass man die Sprache bewusst verändert und es nicht unabsichtlich man. Dann ist die Sprache im Internet eine gute Sache, weil sich Leute mit ihr auseinandersetzen. Wenn man sich über das Internet verständigt, kann es aber auch leichter zu Missverständnissen kommen.

Missverständnisse bei der digitalen Kommunikation
Bei digitalen Kommunikation kann man zum Beispiel mit Emojis, Anspielungen in Nachrichten oder Autokorrektur ein Missverständnis auslösen. Das kann deshalb passieren, weil der, der eine Nachricht bekommt, sie auf bis zu vier verschiedene Arten hören kann (wir haben es vier Ohren genannt, also als Appell, auf Gefühlsebene, auf Beziehungsebene oder ganz sachlich). Auch wenn man es eilig hat oder im Stress ist, kann es schnell passieren. Warum gibt es mehr Missverständnisse in der Digitalen Kommunikation als in der Realität? Wenn man einem Anderen gegenüber steht, ist man eher vorsichtiger und traut sich nicht so viel zu sagen. Außerdem kann man in Chats die Emotionen des anderen nicht erkennen, genauso wie die Art der Sprache (Tonfall) und die Gestik.

Auch mit Smartphones haben wir gearbeitet. Hier vor dem Brainstorming im WhatsApp-Klassenchat

Streits und Cybermobbing
Durch die Missverständnisse kann es auch zu Streits kommen. Wir haben Unterschiede zwischen einem Streit im Internet und Streit in der Schule besprochen. Bei Streit in Netz traut man sich oft mehr als wenn man miteinander spricht, die Hemmschwelle ist niedriger auch Beleidigungen oder Vorwürfe zu schreiben. Es gibt auch Unterschiede bei der Reaktionszeit und Dauer der Streits. Bei einem Streit in der Schule muss man sofort reagieren und hat keine Bedenkzeit, was man antwortet, dafür ist man vorsichtiger, was man sagt und wird der Streit oft schneller durch eine Aussprache beendet. Hierzu haben wir ein Rollenspiel gemacht und den gleichen Streit als Chat erstellt. Es kam heraus, dass man beim Streit in der Schule mehr redet und sich besser erklären kann, beim Streit im Chat gibt es viele kurze Sätze, die wieder zu Missverständnissen führen können und den Streit verschlimmern. Bei Streit handelt es sich aber nicht um Cybermobbing, dieser Unterschied ist wichtig. Streits gehören sogar unter Freunden dazu, wichtig ist nur, dass sie gelöst werden.
Cybermobbing dagegen ist ein sehr ernstes Thema. Es bedeutet, dass eine oder mehrere Personen jemand anderes über längere Zeit über das Internet „fertigmachen“. Hierzu haben wir einen Fall von Cybermobbing von der Berliner Polizei ausgewertet. Dabei gibt es „Warnsignale“, zum Beispiel wenn man Beleidigungen oder Drohungen in Chats oder Apps bekommt oder man von Leuten unter falschen Namen angeschrieben wird. Auch das Herumschicken von Telefonnummern, Bildern oder falschen Aussagen über eine Person gehört dazu. Oft ist es denjenigen, die das machen, gar nicht bewusst, dass sie gerade Täter sind. Niemand will selbst ein Opfer davon sein, deshalb ist es auch schwer, jemanden, der betroffen ist, zu verteidigen. Deshalb haben wir uns im Anschluss Gegenmaßnahmen überlegt, dass es erst gar nicht zu Cybermobbing kommt. Es gibt nämlich verschiedene Phasen, wenn Cybermobbing entsteht. Wenn es noch ganz am Anfang ist, kann man durch Nachrichten in Gruppenchats den Anderen zeigen, dass sie gerade dabei sind, etwas Falsches zu tun. Man muss auch unbedingt zu einer Vertrauensperson gehen. Im schlimmsten Fall ist es auch möglich, dass man auch die Polizei alarmiert. Denn damit ist nicht zu spaßen.

Besuch der Polizei zum Thema Cybermobbing
Passend zum aktuellen Thema war bei uns ein Polizist namens Herr Lorenz. Er hat uns an einem Montag besucht, er war von 8:00 bis 14:00 Uhr bei uns. Interessant war der Film, den wir angeschaut haben. Als uns Herr Lorenz von der Polizei uns viele Information über Cybermobbing gegeben hat, fanden wir die Folgen von Cybermobbing sehr schockierend. Überrascht hat uns auch, dass es sogar manchmal zu Selbstmord kommt. Die Strafen für Cybermobbing haben uns auch überrascht, weil wir nicht gedacht haben, dass die Strafen so schlimm sein können. Am Ende haben wir einen Klassenvertrag gegen Cybermobbing unterschrieben.
Abschließend unserer Einheit haben wir mehr über Digitale Kommunikation und die Folgen für unsere Sprache gelernt. Es ist sehr wichtig, mit dem Thema zu beschäftigen, weil man dadurch mehr über etwas erfährt, das man sonst automatisch machen ohne darüber nachdenkt, zum Beispiel Chatstile oder Missverständnisse. Uns ist klar geworden, dass es durch die digitale Kommunikation viele Vorteile gibt, zum Beispiel eine spezielle Internetsprache namens „Vong –Sprache“, was gut für die deutsche Sprache ist. Aber auch, dass es noch mehr spannende Sachen rund um Sprache und Unterhaltung Internet gibt. Aber auch, dass Unterhaltungen im Internet tückisch sein können, wenn man nicht gewisse Dinge, wie zum Beispiel Warnsignale, beachtet. Wir hoffen, es hat euch interessiert!

Wir, die 6d, beim Schreiben unseres Berichts
Foto: Klasse 6d

Klasse 6d, Bildungszentrum St. Killian