Von 8 bis 15 Uhr Schule – und dann?

Bericht
Freizeitvorlieben der Jugendlichen

Natürlich sind wir in erster Linie Schüler, sozusagen hauptberuflich Lernende. Aber was passiert nach dem Unterricht, den Hausaufgaben und der Lernerei für Klassenarbeiten?

Das interessierte uns, deshalb hat unsere Klasse im Rahmen des Zisch-Projektes an der GSOE (Gewerbliche Schule Öhringen) eine Umfrage zu Freizeitaktivitäten durchgeführt. An der Umfrage nahmen 16 Vollzeitklassen teil, im Durchschnitt mit einem Rücklauf von ungefähr 20 Schülern pro Klasse, sodass die Gesamtzahl der Teilnehmenden sich auf rund 300 Schüler belief. Die 16 Klassen teilten sich auf in zwölf Gymnasialklassen der Stufen 11 bis 13 und vier Klassen der zweijährigen Berufsfachschule. Die Umfrage beinhaltete zehn Fragen, welche sich um die Freizeitbeschäftigungen der Jugendlichen drehten und natürlich anonym und schriftlich zu beantworten waren.

Über zwei Drittel der Schüler sind in (mindestens) einem Verein (ob Sportverein, Musikverein, freiwillige Feuerwehr oder sonstige) oder in einer kirchlichen Gruppe engagiert, lediglich 92 Schüler sind ohne Verein. Wenn es um Vereine geht, sind die Jugendlichen fit. Das zeigte sich auch in der nächsten Frage, denn 137 Schüler sind sportlich aktiv und das abgesehen von den anderweitigen Tätigkeiten, die ein Jugendlicher in seiner Freizeit gerne macht, sei es Musik machen oder hören beziehungsweise sich mit Freunden oder Gruppen treffen, ins Kino gehen oder sich sozial engagieren. Es ist kein Wunder, dass die Jugend so aktiv ist, denn über die Hälfte verbringt ihre Freizeit gerne aktionsreich und in Geselligkeit mit Freunden oder allgemein in der Öffentlichkeit.

Es gibt aber auch ruhigere Jugendliche, die gerne zuhause fernsehen, faulenzen und den Tag im Zimmer mit Computerspielen verbringen; damit wurde natürlich auch deutlich, dass eine Vielzahl von Schülern nach der stressigen Schule ihre Ruhe braucht. Jedoch lediglich 22 junge Leute gaben an, ihre frei verfügbare Zeit lieber alleine nutzen zu wollen.

Ob es deutlich ist, dass unsere Schule überwiegend von technisch interessierten Jugendlichen wimmelt, sei dahingestellt, denn gerade einmal 58 beschäftigen sich gerne im handwerklichen Bereich. Jedoch ist sich die Mehrheit in einem Punkt einig: Die Jugend von heute wird selbstständiger, zwei Drittel der Jugendlichen haben einen Nebenjob, ob gezwungenermaßen oder freiwillig, wurde nicht erfragt. Fest steht, dass sie ihr eigenes „Brot“ verdienen gehen, häufig um ihre Freizeitvergnügungen zu finanzieren. Denn die Mehrheit der Jugend trifft sich gerne in Gruppen oder mit vereinzelten Freunden in Diskos/Kneipen, Kinos. Und ja, da hört es auch schon auf, denn die Jugendlichen bemängeln häufig die Freizeitangebote und Treffpunkte in ihrer Umgebung. Zwar verdienen sie ihr Geld, aber oft können sie es nicht für die bevorzugten Aktivitäten ausgeben; so wünscht sich die Jugend von heute neben Sportplätzen vor allem Konzertveranstaltungen, Clubs, Kletterparks und vieles mehr im direkten Umfeld.

Wer denkt, dass die Jugendlichen keine Zeit mehr nach dem Vereinssport, dem Lernen und den Treffen mit Freunden haben, irrt sich, denn es gibt trotzdem noch eine Vielzahl von Schülern, die sich am Wochenende langweilen, denn ein Drittel der Jugendlichen hat über zwölf Stunden in der Woche Zeit für sich und da sind die Trainingszeiten im Verein bereits abgezogen. Gerade mal ein Achtel der Schüler hat geringfügig Freizeit und diese Zeit liegt bei einer bis vier Stunden in der Woche. Die meiste Freizeit haben Schüler zwischen 19 und 22 Uhr. Bei knapp zwei Dritteln liegt das Freizeitfenster täglich unterschiedlich.

Die Umfrage zeigte deutlich, wie umfangreich die Jugend in verschiedenen Bereichen agiert. Es sind viele dabei, die sich gerne engagieren, ob im kirchlichen oder sozialen Bereich, es gibt aber auch viele, die viel lieber etwas für sich tun und Sport treiben. Natürlich sind auch einige dabei, die gerne faulenzen. Aber dennoch zeigt sich: Je mehr Möglichkeiten in der Umgebung sich anbieten, desto mehr Jugendliche finden Interesse und verbringen ihre Freizeit produktiver.

Heiko Hirscher, Klasse TG 12/4 der Gewerblichen Schule Öhringen/em>