Olympia 2020?

Die Schülerin Anna-Lena Bürkert betreibt ihr Hobby als Leistungssport. Amelie Vogt hat die leidenschaftliche Fechterin zum Interview getroffen, um mehr über die Faszination und den Alltag einer Leistungssportlerin zu erfahren.

Bericht Für viele Jugendliche ist Sport das Hobby Nummer Eins. Außer Fußball, Handball und Reiten gibt es aber auch ganz andere, außergewöhnlichere Sportarten – eine davon ist das Fechten.

Die Schülerin Anne-Lena Bürkert betreibt ihr Hobby erfolgreich als Leistungssport. Foto: Stefanie Zenk

Die Schülerin Anne-Lena Bürkert betreibt ihr Hobby erfolgreich als Leistungssport. Foto: Stefanie Zenk

Anna-Lena Bürkert ist 16 Jahre alt, macht dieses Jahr ihren Realschulabschluss und fechtet schon seit ihrem neunten Lebensjahr. Sie erzählt, dass es eigentlich nur Zufall war, dass sie genau zu diesem Sport gekommen ist: „Bei einem Schnupperkurs habe ich es ausprobiert und es hat mir gut gefallen. Dann bin ich einfach dabei geblieben“, sagt sie. Bis heute macht ihr das Fechten viel Spaß, vor allem dann, wenn sie wieder einmal ein Turnier gewinnt. Aber auch den Stress nach der Schule könne man beim Fechten gut rauslassen, so Anna-Lena. Da ist es natürlich praktisch, dass der Fechtunterricht direkt an der Schule stattfindet.

In der Sporthalle der Freien Schule Anne-Sophie trainiert derFechtclub Würth Künzelsau an mehreren Abenden pro Woche. Foto: Miriam Gleim

In der Sporthalle der Freien Schule Anne-Sophie trainiert derFechtclub Würth Künzelsau an mehreren Abenden pro Woche. Foto: Miriam Gleim

Trotzdem ist der Sport auch sehr anstrengend, sowohl körperlich als auch geistig. Nicht nur muss man sich die ganze Zeit die vierzehn Meter lange Fechtbahn auf und ab bewegen, man muss auch fit im Kopf sein und gleichzeitig den nächsten Schritt des Gegners antizipieren. „Es ist wie Schach, nur anstrengender“, erklärt Anna-Lena lächelnd. Die Antwort auf die Frage, wie oft sie in der Woche trainiert, schockiert erst einmal: Täglich von Montag bis Freitag drei Stunden Gruppen-, und dazu noch zweimal pro Woche Einzelunterricht, das klingt sehr hart! Bleibt da überhaupt noch Zeit für andere Dinge? „Ja, das ist schwer, das stimmt“, meint die Sechzehnjährige. „Zusammen mit dem Realschulabschluss dieses Jahr habe ich unter der Woche nicht viel Zeit für Freunde. Klar gibt es dann auch manche Tage, an denen ich einfach keine Lust mehr habe, doch wenn ich ein oder zwei Mal nicht im Training war, merke ich das schon!“

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Dass sich das häufige Trainieren lohnt, zeigt sich daran, dass Anna-Lena schon viele Wettbewerbe gewinnen konnte: Bei den Landesmeisterschaften der A-Jugend in Baden-Württemberg ist Anna-Lena seit 2013 ungeschlagen und selbst die Deutsche Meisterschaft der A-Jugend konnte sie im Jahr 2013 für sich gewinnen. Bei der Stiftung Würth hat sie sich in diesem Schuljahr erfolgreich um ein Begabtenstipendium beworben. Und auch ganz aktuell feiert sie weitere Erfolge, wie man der Homepage des Würth Fechtclubs Künzelsau entnehmen kann. Dementsprechend hoch sind ihre Ziele: Wer weiß, vielleicht schafft sie es später einmal zur Weltmeisterschaft oder gar zu den Olympischen Spielen? Große Vorbilder, wie die Deutsche Britta Heidemann oder die Ukrainerin Olga Charmant, hat sie auf jeden Fall schon. Und Dank der Unterstützung ihrer Familie wird Anna-Lena bestimmt weiterhin viel Kraft und Erfolg haben.

Amelie Vogt, Klasse 9III LH 4, Freie Schule Anne-Sophie, Künzelsau