In der Schule oben ohne?

Projekt: Kontrovers!

Kommentar Schon über zehn Jahre ist es her, dass das Bundesverfassungsgericht einer muslimischen Lehrerin aus Stuttgart verbot, an einer öffentlichen Schule ein Kopftuch zu tragen. Im März nahm das Gericht nun sein Urteil zurück – ein generelles Kopftuchverbot an öffentlichen Schulen verstoße gegen die Verfassung. Das berichtete Zeit Online am 12. März. Da fragt man sich: Was denn nun?

Wenn wir in Deutschland einer verhüllten Muslimin über den Weg laufen, fällt uns das sofort auf. Obwohl das Kopftuch in Deutschland nicht verboten ist, stößt es oft noch auf Unverständnis. Manche führen an, dass deutsche Urlauber sich in bestimmten muslimischen Regionen auf der Welt auch verhüllen müssen und fragen sich, wieso wir in Deutschland die kulturellen Umstände akzeptieren, uns selbst im Ausland aber anpassen müssen.

Trotzdem stieß der Fall der muslimischen Lehrkraft aus Stuttgart bei uns auf Unverständnis. Schließlich hat das Kopftuch keinen Einfluss auf ihre Fähigkeiten als pädagogisches Vorbild. Mittlerweile ist Deutschland ein multikulturelles Land, viele Ethnien und Kulturen leben miteinander. Nur weil etwas fremd für uns ist, müssen wir es nicht mit etwas Negativem verbinden. Wenn wir weiterhin das Kopftuch in angesehenen Berufen verstecken, werden wir niemals die Vorurteile in unseren Köpfen los! Jeder sollte selbst entscheiden dürfen, wie weit er seine Religion in der Öffentlichkeit zur Schau tragen möchte. Schließlich wird einem Christen auch nicht verboten, eine Kette mit einem Kreuz-Anhänger zu tragen. In der deutschen Nationalhymne ist von Einigkeit und Recht und Freiheit die Rede. Höchste Zeit also, die Vorurteile zu überwinden, und einen Menschen mit anderem Hintergrund nicht mit anderen Maßstäben zu begegnen.

Christine Dukart, Klasse 9III LH 4, Freie Schule Anne-Sophie, Künzelsau