Soziale Berufe werden unsozial bezahlt, aber warum?

Krankenschwestern, Altenpfleger oder Erzieher, wir kennen sie alle und haben bestimmt schon mindestens einmal ihre Dienste in Anspruch genommen. Ihre Arbeit ist interessant und macht auch den meisten Freude, doch mit der Bezahlung sind die Pflegekräfte unzufrieden und das auch zu Recht.

Kommentar Ihr Alltag ist stressig, kräfteraubend und belastend, sowohl körperlich als auch psychisch. Sie haben lange Arbeitszeiten, zudem auch noch wechselnde Schichtdienste. Das ist zwar bei den meisten Berufen der Fall, aber der Unterschied ist die Anerkennung für ihren Dienst durch das Gehalt.

Laut der Hans-Böckler-Stiftung beträgt, die im Rahmen des WSI-Projekts „LohnSpiegel“ 2012 eine Online-Befragung unter rund 3550 Beschäftigten in der Kranken- und Altenpflege durchführte, beträgt das Bruttoeinkommen in Pflegeberufen durchschnittlich 2360 Euro. Am besten bezahlt werden Operationsschwestern und -pfleger mit 3066 Euro. Am niedrigsten liegt das Monatseinkommen der Helfer in der Krankenpflege mit 1828 Euro. Aktuelle Daten hierzu, Tarifrechner und einen Lohn-Gehaltscheck findet man auf http://www.lohnspiegel.de.

Aber warum werden Pflegeberufe so schlecht bezahlt? Was stimmt in unserer Gesellschaft nicht, dass gerade die Menschen, die anderen Menschen helfen, so wenig Geld bekommen?

Es liegt vor allem daran, dass die Menschen immer älter werden und es immer mehr Pflegebedürftige gibt. Früher pflegten die Familienmitglieder ihre älteren Angehörigen, weil sie im Umkreis ihre Arbeitsplätze hatten. Heutzutage sind alle weit verstreut, da alle durch ihre Berufe eingeengt sind und somit sich keiner mehr um die Älteren in der Familie kümmern kann.

Dazu kommt noch der medizinische Fortschritt: Die Menschen können zwar länger leben, müssen so aber auch länger versorgt werden. Dementsprechend hoch sind die Kosten. Die Sozialversicherungsträger zahlen nur das Nötigste.

Es steht einfach kein Geld zur Verfügung und für soziale Berufe schon dreimal nicht, da es einfach an finanzieller und gesellschaftlicher Anerkennung scheitert. Aber stellen Sie sich vor: Es gibt Länder, zum Beispiel die Schweiz, wo Menschen, die einen Pflegeberuf ausüben, Anerkennung bekommen, normale Arbeitsstunden haben und ein angemessenes Gehalt für ihre Dienste bekommen.

Lisa Sturm, Klasse 10m, Schlossgymnasium Künzelsau