Skateistan

Bericht Es geht um Frauen, aber nicht um irgendwelche Frauen, sondern um skatende Afghaninnen. Ohne Frage haben die Frauen in Afghanistan schon wenig Rechte und werden durch den Islam stark eingeschränkt, wie zum Beispiel im Sport. Die Journalistin Ronja von Wurmb-Seibel berichtet in ihrem Buch „Ausgerechnet Kabul“ über das Leben in Afghanistan. So gibt es dort für Männer und Frauen festgelegte Verhaltensregel, an die sich gehalten wird. Von Wurmb-Seibel durfte während ihrer Zeit in Afghanistan zum Beispiel weder im Stausee schwimmen noch in der Öffentlichkeit rauchen oder trinken. Auch sind andere, für uns alltägliche Dinge wie Fahrradfahren für viele Frauen verboten. Laut dem Artikel „Schwitzen mit Allah“ aus der ZEIT vom 21. April 2012 wollen viele deutsche muslimische Eltern nicht, dass ihre Kinder zu viel Körperlichkeit außerhalb ihrer Obhut zeigen. Schließlich könnten sie falsche Kontakte knüpfen. In Deutschland wurde der Verein Rosa Sport und Wellness gegründet, der eine mobile Sportbetreuung zum Beispiel in Berlin im Park anbietet.

In Afghanistan entdeckten die Mädchen den Skatesport für sich. In den Skatehallen treffen sie sich und verbringen Zeit miteinander. Laut der Organisation Skateistan e.V. (siehe gleichnamige Internetseite) sind 40% der beteiligten Schüler weiblich und 50% von ihnen leben auf der Straße. Den Frauen soll nicht nur mehr Selbstbewusstsein vermittelt werden, sondern auch Vertrauen und später Bildung, Gemeinschaft und Führungsqualität. Das Projekt gibt es nun schon seit vier Jahren und es findet auf der ganzen Welt Anklang. Aus den jungen Frauen entwickelten sich echte Profi-Skaterinnen, die mit etwas Glück und Hilfe vielleicht sogar eine Karriere starten können. Vielleicht schaffen sie es sogar, eine Frauenbewegung zu starten, die stark genug ist, die Unterdrückung zu beenden, und die den Frauen ein freies Leben ermöglicht.

Leandro Wadewitz, Klasse 10m, Schlossgymnasium, Künzelsau