Das Leben hinter Klostermauern

Was bewegt junge Menschen dazu, ihr Leben in einem Kloster zu verbringen? Es gibt viele Klischees: Sperren sich Menschen im Orden nicht von der Welt aus? Man muss doch verrückt sein, wenn man sich freiwillig für ein Leben in Armut, Gehorsam und Jungfräulichkeit entscheidet! Doch letztendlich geht es laut der Dominikanerin Schwester Ursula (33) um nichts anderes als die Liebe, die das Fundament des Klosters ist.

SGK_10m_Klosterleben

Bericht Ora et labora – Bete und arbeite. Im Orden der Benediktiner strukturieren fünf Gebete den Tag, das sind zusammengerechnet ungefähr vier Stunden. Das Beten sei das Herzstück ihres Lebens, sagen die Schwestern des Ordens. Aber natürlich gibt es auch reichlich Arbeit: Einige Schwestern arbeiten im Garten, andere kochen oder backen Hostien. Ab und zu arbeiten Schwestern auch außerhalb des Klosters.

Schritte ins Kloster: Zunächst kann man einige Tage im Kloster verbringen, um das Leben dort kennen zu lernen und um zu spüren, ob es zu einem passt. Danach lernt man den neuen Weg in Form einer Probezeit von etwa vier Wochen noch näher kennen. Mit dem Postulat beginnt eine Zeit des Einlebens, die zwischen sechs bis zwölf Monate dauert. Mit der Aufnahme ins Noviziat erhält die neue Mitschwester das neue Ordensgewand und einen neuen Namen als Zeichen ihres neu begonnenen Lebens. Darauf folgt die zeitliche Profess. Hier verspricht die Schwester drei Gelübde: Beständigkeit, klösterlicher Lebenswandel und Gehorsam. Damit bindet sie sich drei Jahre geistlich und rechtlich an die Gemeinschaft. Nach Ablauf der drei Jahre bindet sich die Schwester schließlich in der feierlichen Profess auf Lebenszeit an die Gemeinschaft.

Um in ein Kloster einzutreten, muss man mindestens 18 Jahre alt sein und möglichst auch eine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Außerdem darf man nicht verheiratet sein und sollte auch an Geist, Seele und Leib gesund sein.

Lolina Neumeier, Klasse 10m, Schlossgymnasium, Künzelsau